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Kapitel 7

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Die Geschichte des Internets

Goodbye ARPANET, Welcome Internet


1990
Das Jahr 1990 sieht die Auflösung des ersten großen Paketvermittelnden Netzwerkes, den Vater und Großvater des Internet: das ARPANET wird aufgelöst, da alle seine Funktionen vom NSFNET übernommen worden waren. Man benötigte es als eigenes Netzwerk nicht mehr.

Die Zahl der Server vervielfachte sich weiterhin und bald mussten erste Möglichkeiten zum "Information Retrieval" geschaffen werden. Eines der ersten Projekte auf diesem Gebiet war "archie", das an der McGill University in Montreal von Studenten entwickelt wurde. Mit der steigenden Anzahl an Servern stieg auch die Zahl jener Computer, die Programme mittels des File Transfer Protocols zur Verfügung stellten. Die Menge der Programme stieg unaufhörlich genauso wie die Menge der FTP-Server. Über kurz oder lang konnte man den Überblick nicht mehr bewahren, und so kam archie genau zur richtigen Zeit.

"Archie" steht in Anlehnung an "archive" und genau das, nämlich ein Archiv, ist es auch. Jeder archie-Server besucht regelmäßig alle FTP-Server in einer bestimmten Region des Internet (z.B. der archie-Server der Universität Wien alle FTP-Server in Österreich, Tschechien, Ungarn, Slowenien, etc...) und erhält eine Liste aller Dateien, die auf dem FTP-Server enthalten sind. Diese Liste wird an jeden anderen archie-Server weitergegeben und so hat jeder archie-Server immer eine aktuelle Liste aller Programme, die mittels anonymem FTP geladen werden können. Wenn sich ein Anwender nun auf einem archie-Server einloggt, kann er durch einfache Befehle seine gesuchte Datei finden, egal auch welchem Server sie sich auch befinden mag.

Die Nachfrage nach Leitungen zum Anschluss an das Internet wuchs an und so gründeten die Betreiber des NSFNET, Merit Inc., IBM und MCI eine Tochterfirma namens Advanced Networks and Services (ANS). Diese wurde mit dem Aufbau der T-3 Leitungen und Router des NSFNET betraut und sollte außerdem auch andere Backbones aufbauen.

Die Zahl der am Internet angeschlossenen Hosts verdoppelte sich wieder innerhalb eines Jahres und im Oktober 1990 waren bereits 313.000 Rechner angeschlossen.

Die internationale Ausbreitung dehnte sich auf Südamerika aus, und 1990 bekamen folgende Länder einen Anschluss an das NSFNET:
Argentinien, Brasilien, Chile, Indien, Südkorea, Belgien, Griechenland, Irland, Spanien, Schweiz und Österreich

 
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